Flint Projekte

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Projekt "Flint's Gärtli 2018"

Im Frühjahr 2018 starteten wir mit einem ersten Pilotprojekt: „Flint’s Gärtli“.
Mit dem Projekt verfolgten wir mehrere Zielsetzungen. Einerseits wollten wir Flüchtlingen die z.B. bislang nur einen Sprachkurs belegen konnten und über ungenutzte Zeit verfügten ein niederschwelliges praktisches Angebot eröffnen. Sie in der gemeinsamen Gartenarbeit mit Schweizern in Kontakt zu bringen, sie bei Alltagsproblemen situativ und unkompliziert zu unterstützen und beiläufig ihre Sprachkompetenzen zu stärken waren weitere Anliegen.

Andererseits wollten wir auch herausfinden, wie wir als Team funktionieren, auf welche Weise wir sie auf unser Angebot aufmerksam machen können, wie wir den Erstkontakt zu Flüchtlingen gestalten und sie zur regelmässigen Teilnahme gewinnen können.

Folgende Kriterien führten wir auf einem eigens dafür gestalteten Flyer auf:
  • Flüchtling mit B- oder F-Ausweis
  • Mindestens 18 Jahre alt
  • Motiviert sich bei uns für ein halbes Jahr 1-2 Nachmittage pro Woche einzusetzen
  • Interessiert an einem künftigen Praktikumsplatz

Über direkte Kontaktnahme gewannen wir eine kleine Gruppe von Flüchtlingen aus Eritrea, Afghanistan und Pakistan. Beim Anlegen der Gartenbeete und beim Bau des Tomatentreibhauses halfen alle tatkräftig mit und eine Vielzahl von unterschiedlichen Setzlingen wurden gesetzt.

Nach drei Wochen waren schon die meisten Beete belegt und das Gemüse wuchs kräftig heran. Bald konnten Salate, Kefen, Zwiebeln, Krautstiel und Frühkartoffeln geerntet werden, dann Karotten, Randen, Tomaten, Bohnen und vieles mehr.  

In der Pflege des Gartens bewährten sich unsere eritreischen Familienväter am meisten. Sie brachten gewisse Vorerfahrungen in der Feldarbeit mit, schätzten die Arbeit mit den Händen und freuten sich über die Ernte. Die jüngeren Teilnehmer – vornehmlich aus Afghanistan und Pakistan – zogen sich während des Ramadans zurück und konnten danach nicht mehr richtig zurückfinden. Vielleicht entsprach das Angebot zu wenig ihren persönlichen Interessen.

Ein eritreischer Teilnehmer konnte in der Folge dem Werkdienst seiner Wohngemeinde vermittelt werden, wo er heute bei der Pflege der kommunalen Grünflächen und im allgemeinen Unterhalt eingesetzt wird.

Ein Nachteil war vermutlich auch die Lage des Gartens, am Stadtrand von Winterthur. Da er nicht mit ÖV erreichbar war, mussten wir die Teilnehmer jeweils im Zentrum von Winterthur abholen. Nur ein Teilnehmer konnte zu Fuss in den Garten gelangen und z.B. selbständig das Bewässern übernehmen oder reifes Gemüse ernten.

Der heisse, trockene Sommer forderte uns zusätzlich heraus, denn statt wie vorgesehen zweimal pro Woche musste der Garten fast täglich bewässert werden.

Dafür wurden wir mit einer grossartigen Ernte belohnt, unzählige Tomaten wurden zu Sugo verarbeitet. Im Herbst brachten wir dann alle Lagergemüse wie Kartoffeln, Karotten, Lauch, Randen, Sellerie, Kürbisse etc. ein.

Alles in allem ein ertrag-, erfahrungs- und lehrreiches Projekt.

© 2019 Flint Projekte GmbH.
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